Buchempfehlung: Herbst 89 in den Betrieben

betrieblicher aufbruch 89Es gab 1989 nicht nur auf den Straßen den “kurzen Herbst der Anarchie” (Volker Braun), sondern auch in den Betrieben. // Selbstbewußt diskutierte man in den Betrieben Strukturen und Inhalte demokratischer Interessenvertretungen, die der Basis mehr Einfluß zukommen lassen sollten, als es derzeit Praxis ist. //Spätestens im Sommer 1990 endet dieses Kapitel der DDR-Geschichte. Ab Februar 1990 bereitete der DGB die rasche Ausdehnung seiner Strukturen auf den Osten vor. // Für Experimente war in dieser Entwicklung dann kein Platz mehr. Die Protagonist/innen des Aufbruchs, die trotz ihrer Minderheitenposition zunächst ganze Belegschaften hatten mobilisieren können, gerieten mit ihren ursprünglichen Intentionen schnell ins Abseits. // Ein eben erst begonnener Meinungsstreit über das “Wie” und “Wohin” wurde abgebrochen, bevor er sich richtig entwickeln konnte. Zu einer DDR-weiten Vernetzung zwischen den Betriebsaktivist/innen vom Herbst 1989, die für die unterschiedlichsten Ideen gestritten hatten, sollte es nie kommen.

Auszüge aus:
Der betriebliche Aufbruch im Herbst 1989: Die unbekannte Seite der DDR-Revolution. Diskussion – Dokumente – Analysen / Bernd Gehrke; Renate Hürtgen (Hrsg.). – Berlin : Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung, 2001
ISBN 3-927995-00-2

Mehr Informationen HIER.