Wider die feierliche Verklärung von 1989

Thesenpapier von Sophia Bickhardt, Ute Großmann, Samirah Kenawi
Lila Offensive e.V.:

[Auszug:]

“Wir erkennen in dem teilweise aufwändig inszenierten Gedenken an den 9. Oktober und 9.November eine Domestizierung des Geistes von 1989. Damals schickten Menschen sich an, den aufrechten Gang zu proben, sie schüttelten Anpassung und Gleichgültigkeit ab, mischten sich ein, entdeckten ihr Land, verkehrten die Verhältnisse und gaben der Veränderung ein Gesicht. Gesellschaft konstituierte sich auf Demonstrationen, an Runden Tischen, in Diskussionsforen, auf Streiks und den Besetzungen von Stasizentralen.

Während des Aufbruchs 89 fiel nicht nur die Mauer, sondern öffneten sich auch die inneren Grenzen der DDR. In der Zeit des Ausgangs aus der selbstverschuldeten (?) Sprachlosigkeit rieb man sich ein ums andere Mal die Augen ob des kreativen Potenzials, das nun freigesetzt wurde. In den großartigen Jubiläumsevents dieser Tage werden diese Momente der aktiv betriebenen Umwälzung der bestehenden Machtverhältnisse jedoch verharmlost.”

Ausstellungen in Halle und Gdansk

Meine Arbeit “Darf ich mal Unterbrechen” ist gerade vom 16.10. – 7.11.09 auf Einladung der Werkleitzgesellschaft im Rahmen der Ausstellung “Schritte zur Freiheit im Volkspark in Halle zu sehen:

volkspark wende

Vor der Eröffnung gab es am 23.10.09 ein Interview auf RadioCorax, in dem ich ein paar Worte zu meiner Arbeit sage. Zu hören HIER.

Außerdem war die Installation “It is 1989. It is 1968” vom 14. -17. Oktober 09 beim  MitOst-Festival in Gdansk zu sehen.

Buchempfehlung: Herbst 89 in den Betrieben

betrieblicher aufbruch 89Es gab 1989 nicht nur auf den Straßen den “kurzen Herbst der Anarchie” (Volker Braun), sondern auch in den Betrieben. // Selbstbewußt diskutierte man in den Betrieben Strukturen und Inhalte demokratischer Interessenvertretungen, die der Basis mehr Einfluß zukommen lassen sollten, als es derzeit Praxis ist. //Spätestens im Sommer 1990 endet dieses Kapitel der DDR-Geschichte. Ab Februar 1990 bereitete der DGB die rasche Ausdehnung seiner Strukturen auf den Osten vor. // Für Experimente war in dieser Entwicklung dann kein Platz mehr. Die Protagonist/innen des Aufbruchs, die trotz ihrer Minderheitenposition zunächst ganze Belegschaften hatten mobilisieren können, gerieten mit ihren ursprünglichen Intentionen schnell ins Abseits. // Ein eben erst begonnener Meinungsstreit über das “Wie” und “Wohin” wurde abgebrochen, bevor er sich richtig entwickeln konnte. Zu einer DDR-weiten Vernetzung zwischen den Betriebsaktivist/innen vom Herbst 1989, die für die unterschiedlichsten Ideen gestritten hatten, sollte es nie kommen.

Auszüge aus:
Der betriebliche Aufbruch im Herbst 1989: Die unbekannte Seite der DDR-Revolution. Diskussion – Dokumente – Analysen / Bernd Gehrke; Renate Hürtgen (Hrsg.). – Berlin : Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung, 2001
ISBN 3-927995-00-2

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